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. BRAVO-Fragen Teil 2/3
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. Fragen & Antworten zur Sexualität
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MÄDCHEN & JUNGEN FRAGEN - DAS "Aus der Jugendzeitschrift BRAVO - Dr.-Sommer-Team" ANTWORTET AUF HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN - OHNE DRUMHERUM AUF DIESER SEITE

Unter der BRAVO-Rubrik "Liebe, Sex und Zärtlichkeit" beantwortete Dr. med. Irene Kappler auch die nachstehenden Fragen von Jugendlichen.
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Angst vorm Urologen?
Angst vorm Schularzt?
Ausziehen beim Schularzt?
Bloss nicht zum Arzt!!!
Erste Besuch beim Frauenarzt
Vom Arzt vergewaltigt?
Spirale und Frauenarztuntersuchung
Beratungsstellen für sexuell missbrauchte Mädchen und Frauen

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Angst vorm Urologen?

siehe auch -> Beim Männerarzt

Wegen Problemen mit meinem Penis muss ich demnächst zum Urologen. Das kostet mich ganz schön Überwindung, weil ich vorher noch nie bei einem war. Deshalb habe ich schon drei mal meinen Termin abgesagt. Vielleicht könnt Ihr mir ja mal sagen was ein Urologe so macht und wie das in seiner Praxis so abläuft. (Timo, 17, Radevormwald)

Schiebe Deinen Arztbesuch nicht länger auf!

Hallo Timo! Was für Mädchen die Frauenärztin (Gynäkologin) ist, das ist für Jungen der Androloge. Das sind Fachärzte für Männerheilkunde, von denen es aber noch sehr wenige gibt. Daher gehen die meisten Männer zum Urologen, wenn sie z.B. Probleme mit den Hoden, der Blase, dem Penis oder der Prostata (Vorsteherdrüse) haben.

Leider warten Jungen oft viel zu lange, bis sie mit ihren Beschwerden oder gesundheitlichen Fragen zum Arzt gehen, weil sie sich schämen oder einfach Angst vor einer Untersuchung oder einer Behandlung haben.

Natürlich ist es erst mal ungewohnt, wenn Du dem Urologen z.B. Deinen Penis zeigen sollst oder er Deine Hoden vorsichtig nach möglichen krankhaften Veränderungen abtastet. Aber versuche es mal so zu sehen: Für den Arzt sind solche Untersuchungen alltägliche Routine. Und das ist ja gerade Dein Vorteil. Dadurch hat er auch viel Erfahrung und kann schnell erkennen, was Dir fehlt. Die Untersuchungen, die er macht sind harmlos und tun auch nicht weh.

Hier einige typische Untersuchungsmethoden des Urologen:

Befragen und Anschauen
Nehmen wir mal an, Du machst Dir Sorgen, weil Dein Penis nicht kerzengerade, sondern in steifem Zustand etwas gekrümmt ist. Dann reicht es schon, wenn Du dem Arzt Dein Problem beschreibst und er einen Blick auf Dein bestes Stück wirft. Aufgrund seiner Erfahrung kann er dann feststellen, ob die Krümmung noch im ganz normalen Bereich ist oder nicht. Durch Anschauen kann ein Arzt auch klären, ob es sich bei kleinen "Pickeln" auf dem Penis einfach um harmlose Talgdrüsen, um unangenehme Haarwurzelentzündungen, um behandlungsbedürftige Ekzeme, oder vielleicht sogar um Anzeichen einer Geschlechtskrankheit handelt.

Tastuntersuchung
Klagst Du z.B. über Schmerzen in der Leistengegend dann gibt dem Arzt eine einfache Tast-Untersuchung Aufschluss darüber, ob z.B. Deine Lymphknoten verdickt und entzündet sind. Genauso kann er ertasten, ob Deine Prostata gesund oder entzündlich verändert ist.

Ultraschall-Untersuchung
Hast Du möglicherweise ab und zu ziehende Schmerzen in den Hoden, dann wird er bei Dir eine Ultraschall-Untersuchung machen. Dabei wird ein Gel auf Deinen Hodensack aufgetragen. Anschließend fährt der Arzt mit einer Art Scanner über die eingeschmierte Oberfläche. Auf einem Bildschirm kann er dann sehen, ob Deine Schmerzen entwicklungsbedingt sind und daher kommen, daß Deine Geschlechtsorgane noch im Wachstum sind oder ob z.B. krankhafte Veränderungen in den Hoden für Deine Beschwerden verantwortlich sind. Diese Untersuchung ist absolut harmlos und tut überhaupt nicht weh.

Abstrich
Spürst Du ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen oder hast Du komisch riechenden Ausfluß am Penis? Dann macht der Urologe meist einen Abstrich. Dazu benutzt er ein Wattestäbchen. Mit dem holt er sich vom Harnröhrenausgang ein wenig von dem Sekret und streicht es auf ein Glasplättchen. Unter dem Mikroskop kann er dann erkennen, welche Bakterien oder Pilze an Deinen Beschwerden schuld sind und Dir entsprechende Medikamente verschreiben.

Du siehst, es gibt keinen Grund, sich vor einer Untersuchung zu fürchten, aber viele gute Gründe, sofort zum Arzt zu gehen wenn Du Beschwerden hast. Hier nur ein paar davon:

Je früher eine Krankheit entdeckt wird um so einfacher und schneller kann sie behandelt werden und Du riskierst keine Folgeschäden.

Je früher Du zum Arzt gehst, um so weniger mußt Du Dich mit  Ungewissheit und Schmerzen herumquälen.

Durch einen Besuch beim Arzt kannst Du viel über Deinen Körper erfahren. Du lernst, mit welchen körperlichen Veränderungen Du in der Pubertät rechnen mußt, welche davon völlig normal sind und welche Du aufmerksam beobachten solltest. Er kann Dir zeigen, wie Du krankhafte Veränderungen selbst früh erkennen und was Du vorsorglich für Deine Gesundheit tun kannst.

Also sei schlau und warte nicht zu lange mit Deinem Besuch beim Arzt. Pass gut auf Deine Gesundheit auf !

 

Erste Besuch beim Frauenarzt

Alles zum Frauenarzt hier

Ich würde von Euch gerne wissen, ob ich zum Frauenarzt muss, wenn ich meine Regel bekomme? Meine Freundinnen sagen nämlich, dass man sich dann untersuchen lassen muss. Ich hab aber ein bisschen Angst davor, weil ich nicht weiß, was der bei einer Untersuchung bei mir alles macht. Könnt Ihr mir das mal erklären? (Melanie, 13, Köln)

Du brauchst nur dann zur Frauenärztin, wenn Du Beschwerden oder Fragen hast!

Zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt gehen, das ist für die meisten Mädchen beim ersten Mal nicht so leicht wie zum Beispiel zum Hausarzt. So ein bisschen mulmiges Gefühl am Anfang hat jede. Klar, es geht um den Intimbereich. Und das ist erst mal ungewöhnlich. Je mehr Du weißt, was da eigentlich abläuft, um so weniger Angst wirst Du auch haben.

Erst mal: Wann muß Frau überhaupt zur Frauenärztin?
Es gibt ja Mütter, die ihre Töchter sofort zum Frauenarzt schicken, sobald sie ihre erste Regel bekommen. Das ist natürlich Unsinn, da die Menstruation ja etwas ganz Natürliches ist und keine Krankheit. Du brauchst nur dann zur Frauenärztin zu gehen, wenn Du Beschwerden oder Fragen hast: Z. B. wenn Du Blutungen außerhalb Deiner Regel hast, wenn Dein Scheidensekret plötzlich unangenehm riecht, es juckt oder brennt. Oder wenn Du Dir die Pille verschreiben lassen willst. Aber auch, wenn Du wissen willst, welches Verhütungsmittel für Dich am besten paßt.

Manchmal ist es beim ersten Besuch leichter, wenn Dich jemand begleitet: Das Warten wird vielleicht weniger aufregend, wenn Deine Freundin mit im Wartezimmer sitzt und Dich ein bißchen ablenkt. Oder Dein Freund, wenn's um Verhütung geht - klar, geht ihn ja genauso an. Oder vielleicht willst Du ja auch, daß Deine Mutter mitkommt. Sie kann ja dann im Wartezimmer auf Dich warten. Du kannst mit der Versicherungskarte auch alleine zum Arzt gehen oder Du lässt Dir eine Überweisung vom Hausarzt ausschreiben.

Mal angenommen, Du bist 14 und willst schon die Pille haben: Manche Frauenärzte wollen sich dann absichern und verlangen bis zum 16. Geburtstag eine Einverständniserklärung der Eltern. Ab 16 ist das nicht mehr nötig. Wenn Dich das Thema Verhütung beschäftigt, dann höre Dich doch mal bei älteren Freundinnen um, wie das bei ihnen war.

Wenn Du dann in der Praxis bist, dann werden zuerst ein paar Daten festgehalten. Dein Blutdruck zum Beispiel. Die Ärztin wird Dich außerdem fragen, wann Du Deine letzte Regel hattest und sie wird Dich auch nach Deiner Krankengeschichte erkundigen. Nicht immer ist eine Untersuchung Deiner Scheide nötig. Wenn aber doch, dann mußt Du nur Schuhe, Hose und Slip ausziehen. Wäre also ganz gut, beim ersten Mal einen Rock anzuziehen. Den kannst Du nämlich anlassen, dann kommst Du Dir nicht gleich so nackig vor. Wenn Du wieder angezogen bist, wird meistens noch die Brust abgetastet. Dazu brauchst Du nur das T-Shirt hochzuheben.

Der Untersuchungsstuhl sieht zwar erst mal komisch aus, ist aber in seiner Form ideal, um Dich gut untersuchen zu können. Sag ruhig, daß das Deine erste Untersuchung ist. Die Ärztin wird Dir genau erklären, was sie macht und ganz behutsam sein. Wenn doch was wehtun oder ziepen sollte - sofort sagen! Die ganze Untersuchung dauert höchstens 3-5 Minuten. Bewußt atmen nicht vergessen, das macht das Entspannen nämlich leichter. Übrigens: Die Instrumente sind alle ganz glatt, zum Teil werden sie auch vorgewärmt. Und keine Sorge, für Mädchen sind sie kleiner als für erwachsene Frauen. Damit bleibt auch das Jungfernhäutchen intakt.

Die Ärztin tastet zuerst mit den Fingern Scheide und Muttermund
ab. Mit der anderen Hand drückt sie dabei leicht auf Deinen Bauch. Auch die Eierstöcke können so ertastet werden, um zu "spüren", ob alles normal ist. Das Spekulum, auch Entenschnabel genannt, weil es ein bißchen so aussieht, wird ganz vorsichtig in die Scheide eingeführt, die dann etwas geweitet wird. So kann die Ärztin über ein angeschlossenes Vergrößerungsglas sehen, ob im Inneren der Scheide alles okay ist. Manchmal nimmt sie dabei mit einem Wattestäbchen noch etwas Sekret und Zellen vom Gebärmutterhals und vom Muttermund ab. Das ist der sog. Krebsabstrich. Das tut nicht weh. Der Abstrich wird dann in einem Labor untersucht.

Falls Du Schmerzen hast, wird zunächst der Urin untersucht und manchmal auch eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Dabei werden mit einer sog. Vaginalsonde (sieht aus wie ein kleiner Stab mit einem Kondom drauf) durch die Scheide die Organe des kleinen Beckens untersucht. Auf einem Bildschirm kann die Ärztin dann sehen, ob diese Organe gesund sind oder irgendwelche Auffälligkeiten erkennbar sind. Ist ein Mädchen noch Jungfrau, dann wird die Ultraschalluntersuchung von außen durch die Bauchdecke gemacht.

Übrigens stehen die Frauenärzte - und auch die Arzthelferinnen - unter Schweigepflicht. Auch wenn Deine Mutter denselben Arzt hat: Sie wird bestimmt nicht erfahren, was da besprochen oder was Dir verschrieben wurde. Er kann nur von der Schweigepflicht entbunden werden, wenn Du eine schwere Krankheit hättest.

Ganz wichtig: Wenn Du die Frauenärztin oder den Arzt absolut nicht abkannst, unsympathisch findest oder ruppig oder Du das Gefühl hast, daß man sich überhaupt keine Zeit für Dich nimmt, dann steh einfach auf und geh. Oder gehe nicht wieder hin. Du bist keinem Arzt verpflichtet! Du kannst Deine Fragen eben nur einem Menschen stellen, zu dem Du Vertrauen hast und bei dem Du Dich gut aufgehoben fühlst.

Und wie findest Du den richtigen Frauenarzt oder die richtige Frauenärztin für Dich?
Einige Ärztinnen und Ärzte und Pro Familia Beratungsstellen bieten eine spezielle Sprechstunde für junge Mädchen an. Das ist eine gute Möglichkeit mal in eine Praxis reinzuschnuppern, sich alles anzugucken und sich genau informieren zu lassen, ohne sich gleich untersuchen lassen zu müssen. Wo die nächste Pro Familia Beratungsstelle in Deiner Nähe ist, kannst Du hier erfahren.
Wenn Du nicht zum Frauenarzt Deiner Mutter gehen willst, dann frag mal bei Deinen Freundinnen nach. Vielleicht haben die ja einen guten Tipp für Dich und sind selbst bei einer Ärztin, die sie weiterempfehlen können.

 

Bloss nicht zum Arzt!

"Ich habe so einen weißlichen Ausfluß der komisch riecht. Was ist das? Und wie kriege ich ihn weg?" oder "Ich habe so komische Pickel am Penis. Die jucken dauernd, aber ich traue mich nicht zum Arzt zu gehen. Könnt Ihr mir nicht helfen?"

Fast täglich erreichen uns solche eMails, in denen wir um medizinischen Rat gebeten werden, weil der naheliegende Gedanke, damit sofort zu einem Arzt oder einer Ärztin zu gehen, Angst macht und Befürchtungen auslöst.

Die einen haben Angst davor, daß der Arzt dann gleich alles den Eltern erzählt. Vor allem dann, wenn es um Beschwerden geht, die vielleicht Rückschlüsse auf erste sexuelle Erfahrungen zulassen, von denen die Eltern nichts wissen sollen. Andere schämen sich einfach davor, sich von einer Ärztin untersuchen lassen zu müssen. Womöglich noch nackt und an den Geschlechtsorganen. Manche Jungen haben einen Horror vor der Phantasie, daß sie bei einer Untersuchung eine Erektion bekommen könnten. Einige Mädchen haben panische Angst davor, daß eine gynäkologische Untersuchung schmerzhaft ist...

Die Liste der Befürchtungen lässt sich endlos fortsetzen.

Deshalb hier mal ein paar Informationen und Tips, die es einigen von Euch vielleicht leichter machen, ihre Panik vor einem Arztbesuch zu überwinden.

Ärzte stehen unter Schweigepflicht
Zunächst mal braucht niemand davor Angst zu haben, daß ein Arzt gleich alles den Eltern erzählt. Er steht nämlich unter Schweigepflicht und die gilt auch bei Jugendlichen. Auch dann, wenn es sich z.B. um den Frauenarzt Deiner Mutter handelt, den sie schon lange kennt oder um den Urologen Deines Vaters, mit dem er ab und zu sogar Tennis spielt. Natürlich gibt es Ausnahmen. Z.B. wenn ein 14jähriges Mädchen schwanger ist und einen Schwangerschaftsabbruch machen lassen will. Dann braucht sie dazu die Einverständniserklärung ihrer Eltern. Oder wenn ein dringender operativer Eingriff nötig ist. Dann ist es klar, daß ein Arzt die Eltern darüber informiert. Wenn Du wissen willst, wie das ein Arzt mit der Schweigepflicht handhabt, dann frage ihn einfach gleich zu Beginn Deines Arztbesuches. Manchmal kann es ja auch ganz sinnvoll sein, wenn die Eltern wissen, wie es um die Gesundheit ihrer Kinder steht. Denn nur dann können sie Dich ja auch beim gesundwerden unterstützen.

Wer sich informiert hat weniger Angst
Wer aus Angst vor einer Untersuchung trotz Beschwerden nicht zum Arzt geht, der riskiert seine Gesundheit. Unbehandelte Krankheiten können sich z.B. auf andere Organe ausdehnen und zu langfristigen Folgeschäden führen. Das betrifft z.B. Infektionen der Geschlechtsorgane, Erkrankungen der Haut u.a.m.. Am schnellsten und einfachsten wird man viele Beschwerden wieder los, wenn man sie sofort untersuchen und behandeln läßt. Manchmal rührt die Angst vor einem Arztbesuch daher, daß Du nicht weißt, was da auf Dich zukommt. Die meisten Ärzte erklären Dir das vorher. Du brauchst auch keine Angst davor zu haben, nachzufragen. Denn Du hast ein Recht darauf, vorher zu erfahren, was ein Arzt mit Dir vorhat.

Sich zu schämen ist okay aber nicht nötig
Wenn Du Dich schämst, mit einem Arzt als Junge z.B. über Probleme mit Deinem Penis zu sprechen oder Dich als Mädchen "unten ohne" auf einen gynäkologischen Untersuchungsstuhl zu setzen, dann hilft Dir vielleicht der Gedanke, daß das, was für Dich neu und vielleicht peinlich ist, für den Arzt eine ganz normale Alltagssituation ist. Nach tausenden ähnlicher Untersuchungen und Gesprächen betrachtet er Dich einfach als Patient oder Patientin. Und gerade das ist Dein Vorteil. Durch seine Erfahrung kann er meist schnell herausfinden was Dir fehlt und kann Dich auch entsprechend behandeln. Keinem Arzt würde es einfallen, sich wegen Deiner Beschwerden über Dich lustig zu machen.

Was tun, wenn Du mit einem Arzt nicht einverstanden bist?
Trotzdem kann es mal vorkommen, daß Du mit einem Arzt nicht klarkommst oder das Gefühl hast, daß er mit Dir nicht sorgsam umgeht. Dann kannst Du einfach gehen und zu einem anderen Arzt wechseln. Niemand wird Dir deshalb einen Vorwurf machen. Übrigens: Manchmal fühlst Du Dich vielleicht wohler, wenn beim ersten Arztbesuch eine vertraute Person dabei ist. Wenn Dir das wichtig ist, dann sag' das und nimm z.B. einen Elternteil, den Freund oder die Freundin mit. Das ist ganz normal und kein guter Arzt wird Dir das verwehren.

Warum sind Untersuchungen so wichtig
Wenn Du dauernd niesen mußt, dann kann das z.B. von einer Erkältung kommen. Die Ursache könnte aber auch eine allergische Reaktion auf bestimmte Blüten oder Gräser sein. Du siehst: Das gleiche Symptom kann unterschiedliche Ursachen haben, die dann auch anders behandelt werden müssen. Und genauso ist es bei allen anderen Beschwerden auch. Ohne Untersuchung kann also niemand eine genaue Diagnose stellen. Willst Du also z.B. vom Dr.-Sommer-Team wissen, welches Mittel am besten gegen Kopfschmerzen hilft, dann kann ich Dir nur antworten: "Gehe zu einem Arzt und lasse die Ursache Deiner Kopfschmerzen feststellen. Und erst wenn er weiß, wo die herkommen, dann kann er Dir auch ein geeignetes Medikament verschreiben." Dir anders zu antworten wäre verantwortungslos von mir, weil es Dir schaden könnte.

Wie findest Du den richtigen Arzt?
Allgemeinmediziner (praktischer Arzt / Hausarzt)
Manche Jugendliche zögern, zum Arzt zu gehen, weil sie nicht genau wissen, welcher Arzt für sie zuständig ist. Wenn es Dir genauso geht, dann wende Dich zunächst an einen praktischen Arzt. Bei allgemeinen Krankheiten oder kleinen Verletzungen kann er Dich behandeln. Sollte er Dir nicht weiterhelfen können, dann wird er Dich an den richtigen Facharzt überweisen.

Gynäkologin (Frauenärztin)
Probleme mit der Menstruation oder ihrer körperlichen Entwicklung besprechen Mädchen mit ihrer Frauenärztin. Dort können sie sich z.B. auch über Verhütung informieren oder gesundheitliche Vorsorgeuntersuchungen machen lassen.

Androloge (Männerarzt) oder Urologe
Was für Mädchen die Frauenärztin ist, das ist für Jungen der Androloge. Das sind Fachärzte für Männerheilkunde, von denen es aber noch sehr wenige gibt. Daher gehen die meisten Jungen zum Urologen, wenn sie z.B. Probleme mit den Hoden, der Blase, dem Penis oder der Prostata (Vorsteherdrüse) haben.

Dermatologe (Hautarzt)
Infektionskrankheiten der Haut, Akne oder Geschlechtskrankheiten u.a.m. werden von Hautärzten behandelt.

Natürlich gibt es noch viel mehr Fachärzte. Falls sie bei der Behandlung Deiner Beschwerden gebraucht werden, wird sie Dein behandelnder Arzt hinzuziehen.

 

Angst vorm Schularzt

(Quelle: BRAVO Nr. 02/1995)|

In unserer Klasse soll bald der Schularzt kommen. Können Sie mir sagen, was der genau macht ? Untersucht er auch die Geschlechtsorgane oder nur, ob man richtig sehen und hören kann ? Ich habe auch gehört, dass er die ganze Klasse auf einmal untersucht. Das fände ich schrecklich. Kann ich mich von der Untersuchung befreien lassen? (Monika, 15)

Nach meiner Erfahrung werden schulärztliche Untersuchungen normalerweise nur bei jüngeren Kindern durchgeführt. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ein Schularzt 15jährige Mädchen und Jungen zusammen in Reih und Glied antreten lässt, sie sich ausziehen lässt und im Beisein aller untersucht.

Die Geschlechtsorgane darf er aus rechtlichen und moralischen Gründen nicht ohne Einwilligung und schon gar nicht in Anwesenheit von anderen untersuchen. Wahrscheinlich wird sich der Schularzt jeden Schüler einzeln anschauen, ihm Herz und Lunge abhören und die Wirbelsäule begutachten (wegen evtl. Haltungsschäden). Er wird ausserdem die Seh- und Hörfähigkeit und die Zähne überprüfen und sich vergewissern, ob alle notwendigen Impfungen erfolgt sind.

Falls ich Dich nicht beruhigen konnte und Du Deine starke Abneigung vor der schulärztlichen Untersuchung absolut nicht überwinden kannst, hast Du die Möglichkeit, Dich von ihr  befreien zu lassen, indem Du ein Attest von Deinem Hausarzt vorlegst, aus dem hervorgeht, dass bei Dir alles in Ordnung ist. Dein Hausarzt untersucht Dich dann so, wie oben beschrieben ist.
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ANMERKUNG:
Eine frauenärztliche Untersuchung ist in keinem Fall erforderlich bzw. wird  n i c h t  bei einer Schuluntersuchung durchgeführt!
(Autorin: Jasmin Stolle)

 

Ich soll mich vor dem Schularzt ausziehen!

(Quelle: BRAVO Nr. 39/1992)

Ich bin in der 9. Klasse gekommen, Da ich in der ehemaligen "DDR" wohne, werden alle Schüler der 2.,  6. und 9. Klasse gründlich untersucht. Das findet in der Schule statt. Wir müssen uns bis auf dem Slip ausziehen. Bei den Mädchen wird an der Brust und bei den Jungen am Penis rumgefummelt. Da ich etwas mollig bin und dazu noch sehr grosse Brüste habe, schäme ich mich davor, mich vor fremden Leuten auszuziehen. Im vorigen Jahr war es sogar ein Arzt statt einer Ärztin. Ich habe totale Hemmungen! Kann ich mich auch weigern und mich von einem anderen Arzt untersuchen lassen? (Sandy, 15, Weimar)

Liebe Sandy, grundsätzlich ist die schulärztliche Untersuchung eine Pflichtuntersuchung. Sie entspricht einem bestimmten Standard und ist deshalb von anderen Ärzten nur schwer durchführbar. Das wäre eine riesen Aufwand und wird auch von den Krankenkassen nicht bezahlt.

In den alten Bundesländern (Stand: 09/92) werden Reihenuntersuchungen bei der Einschulung, in der 2. und 5 Klasse durchgeführt.

Später nur noch, wenn es um gezielte Untersuchungen geht, wie z.B. bei Tuberkulose.
Zu 90% sind es Ärztinnen, die die Schuluntersuchungen vornehmen, was für die Jungs möglicherweise unangenehm ist. Es ist wichtig, dass Du siehst, dass Du vor einem Arzt stehst, der eine Voruntersuchung macht und nicht vor einem Mann, der Deinen Busen anfasst oder gar "befummelt". wie Du schreibst. Der Arzt hört auch die Lunge ab, schaut sich den ganzen Körper auf Abnormalitäten an. Und Busen und Penis sind ein Teil des ganzen Körpers.
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ANMERKUNG:
Eine frauenärztliche Untersuchung ist in keinem Fall erforderlich bzw. wird  n i c h t  bei einer Schuluntersuchung durchgeführt!
(Autorin: Jasmin Stolle)

 

Vom Arzt vergewaltigt?

(Quelle: BRAVO Nr. 39/1992)|

Uns beschäftigt schon lange eine Frage: Wenn Mädchen zum Frauenarzt gehen und der an ihren Geschlechtsteilen rumfummelt, kann der Arzt dann nicht sexuell erregt werden ? Man hat doch schon gehört, dass Frauen und Mädchen vom Arzt  vergewaltigt worden sind. Bitte, antworten Sie uns ehrlich. (Sybille und Jasmin)

Frauenärzte sind zwar Männer (es gibt aber allerdings auch Frauenärztinnen), die für sexuelle Reize in ihrem privaten Bereich empfänglich sind, aber beruflich sozusagen immun sein müssen. Das heisst, dass Frauenärzte am Untersuchungsstuhl ihre Gefühle ausschalten und ihr Handwerk machen wie jedermann in anderen Berufen auch. Frauenärzte haben eine jahrelange Ausbildung in Krankenhäusern durchgemacht und lernen durch die Routine ihre Empfindungen zu beherrschen. Zudem ist die Situation, in der sich jede Frau und jedes Mädchen auf dem Stuhl befindet, nicht gerade sexuell sehr anregend und zwar für beide Teile nicht. Es kommt jedenfalls extrem selten vor, dass sich ein Frauenarzt an einer Patientin sexuell vergreift. Bei der eigentlichen Untersuchung sollte übrigens IMMER eine Arzthelferin dabei sein, weil es schon umgekehrt vorgekommen ist, dass eine Patientin behauptet hat, der Arzt habe diese Situation ausgenützt und sich an ihr vergangen. Diese Anschuldigungen können für den Arzt schlimme Folgen haben, und deswegen sichern sich die Frauenärzte so weit wie möglich ab, in dem sie die Arzthelferin als Zeugin dabei haben.

 

Spirale und Untersuchungen im Behandlungszimmer

(Mail an das "BRAVO-Dr. SommerTeam" beantwortet von Uli)

Eine mir oft selbst gestellte Frage betrifft die Entfernung einer Spirale aus dem Uterus. Wie macht das der Frauenarzt, wenn man dieses Verhütungsmittel entweder nicht verträgt oder sie nach einigen Jahren wieder gewechselt werden müsste?

Was den Frauenarztbesuch betrifft geht es mir nicht darum, was da so abläuft, sondern welche Untersuchungen auf eine Liege und welche auf dem Behandlungsstuhl wirklich notwendig ist. Kann ich meinem Arzt auch bitten, bestimmte Untersuchungen einfach auch auf der Liege machen zu lassen. Was ist unumgänglich, was nicht ? Mein Doc ist recht nett und hört vorallem gut zu (ist mir sehr wichtig), aber bisher habe ich nach den Möglichkeiten dieser Wahl nicht getraut zu fragen. Ein gewisser positiver Wandel im Verständnis zwischen Patientin und Arzt/Ärztin sollte ja angestrebt werden. Manche Ärzte sind leider derb oder sehen die Untersuchung als was ganz normales, ohne auf die gewissen Ängst einzugehen.

herzliche Grüsse von Susann (18) aus Leipzig
(an Susann per Mail vom 02.05.1999)

Liebe Susann!
Jede Spirale hat an ihrem, dem Muttermund zugewandten Seite, einen Nylonfaden, der nach dem Einsetzen  vom Arzt so gekürzt wird, daß sein Ende ein Stückchen in die Scheide hineinreicht. Zum einen dient er zur regelmäßigen Kontrolle, ob die Spirale noch richtig sitzt. Zum anderen kann der Arzt bei Bedarf die Spirale durch Ziehen an dem Fädchen die Spirale wieder einfach und schmerzlos entfernen. Dies geschieht dann meist während der Monatsblutung, da der Muttermund zu dieser Zeit im Zyklus natürlicherweise etwas geöffnet ist, was sowohl das Einsetzen als auch das Entfernen erleichtert.

Ob du nun auf einer Liege oder auf einem gynäkologischen Untersuchungsstuhl untersucht wirst hängt in erster Linie davon ab, welche Möglichkeiten dem Arzt in seiner Praxis zur Verfügung stehen. So kannst du z.B. auf einer Liege nur dann gynäkologisch untersucht werden, wenn seine Liege auch die erforderlichen Beinstützen hat. Ansonsten können auf der Liege nur äußerliche Untersuchungen wie z.B. Ultraschall des unteren Bauchraums, Tastuntersuchungen u.ä. gemacht werden. Am besten ist es, wenn du das Thema mal mit deinem Arzt ansprichst und ihm sagst, was dir lieber wäre. Er kann dir dann aus medizinischer Sicht sagen, ob die bei dir anstehenden Untersuchungen auch so gemacht werden können. Da du schreibst, daß dein Arzt recht nett ist und auch ein offenes Ohr für dich hat, dürfte das ganz einfach sein. Ein Arzt kann in der Regel nur auf die Ängste eingehen, die von der Patientin auch geäußert werden. Schließlich ist er kein Hellseher und deshalb auch darauf angewiesen, daß ein Mädchen ihm sagt, was ihm unangenehm ist bzw. wovor sie Angst hat, damit er auch darauf reagieren kann. Deshalb solltest du üben, mit deinem Arzt über deine Befürchtungen und Wünsche bezüglich einer Untersuchung zu reden. Übrigens: Eine gynäkologische Untersuchung ist auch etwas ganz Normales. Außergewöhnlich - weil mit  Ängsten besetzt - ist sie nur für dich. Vor allem deshalb, weil sie deinen Intimbereich betrifft. Das ist zwar verständlich aber letztlich dein Problem, das du lösen mußt und nicht dein Arzt. Der kann dir nur dabei helfen, daß es für dich etwas leichter ist.

Liebe Grüsse, Uli (BRAVO Dr.-Sommer-Team)

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