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Meine Freundin ist
gerade 15 geworden. Wir haben auch schon über Sex gesprochen, wollen aber
natürlich noch nicht miteinander schlafen. Wir haben aber vor unsere Körper
genauer kennenzulernen. Nun meine Frage: Wann werden Mädchen eigentlich feucht
in der Scheide? Und ist das immer so, wenn man Sex macht?
(Bernd,
15, Erftstadt)
Eine feuchte Scheide ist ein Zeichen
körperlicher Erregung! Hallo! Die Idee, Eure Körper
gegenseitig erstmal besser kennenlernen zu wollen, bevor ihr miteinander
schlaft, finde ich prima. Denn je besser Ihr Euch kennt, um so lustvoller kann
Euer erstes Mal werden. "Feucht" in der Scheide wird
ein Mädchen dann, wenn ihr erotische Phantasien oder Zärtlichkeiten Lust
machen. Dann produziert die Schleimhaut mit der ihre Scheide ausgekleidet ist
verstärkt Scheidensekret. Auch ihre Schamlippen werden dann besonders gut
durchblutet und schwellen etwas an. Genauso wie ihr "Lustzentrum" die
Klitoris, die etwa so erregbar ist wie Deine Eichel.
Damit ihre Scheide feucht wird, mußt Du
sie aber nicht unbedingt an der Scheide streicheln. Denn das "Gebiet"
an und um die Scheide (auch die Klitoris) ist über Nerven mit vielen anderen
Stellen des Körpers (den sog. erogenen Zonen) verbunden. So kann es z.B. sein,
daß Deine Freundin bereits feucht wird, weil Du an ihrem Ohrläppchen knabberst
oder ihren Bauch, Nacken oder Busen liebkost.
Wenn ein Mädchen nicht feucht wird,
dann hat sie entweder keine Lust oder sie ist so aufgeregt, daß ihr Körper
mehr mit der Aufregung als mit der Lust beschäftigt ist. Dann bleibt ihre
Scheide, trotz Deiner Liebkosungen einfach trocken. Da helfen dann auch keine
Tricks. Das bleibt einfach so, bis sich die Aufregung und die Angst legen.
| Die
*Pille danach* - Teil 1 |
www.pille.com
Teil 2
Vielleicht kennst Du
solche Situationen: Ihr liebt Euch gerade leidenschaftlich und plötzlich merkt
Ihr, daß Euch das Kondom abgerutscht oder gerissen ist. Oder Ihr
habt Lust aufeinander aber gerade kein Verhütungsmittel zur Hand. Trotzdem
schlaft Ihr miteinander und erst hinterher wird Euch bewußt, daß das ganz
schön riskant war und sie jetzt ungewollt schwanger werden kann.
Für solche Notfälle gibt es die Pille
Danach. Die Pille Danach ist kein
"normales" Verhütungsmittel und sollte nur in Ausnahmesituationen
verwendet werden. Man kann die "Pille danach" auch als eine Art
"allerletzte Notbremse" bezeichnen. Sie ist für Situationen gedacht,
in denen es zum ungeschützten Geschlechtsverkehr gekommen ist oder wenn eine
Frau vergewaltigt wurde. In solchen Fällen kann die Pille Danach eine
wirksame Hilfe sein, um noch eine Schwangerschaft zu verhindern.
Die in der Pille Danach enthaltenen
Hormonmengen sind sehr hoch dosiert und können den Körper belasten. Doch nur
in dieser hohen Dosierung verhindern sie die Einnistung der schon
befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut.
Wie sicher ist die "Pille danach"?
Solltest Du also in eine Situation geraten,
in der Du ungeschützten Verkehr hattest, dann gehe schnellstmöglich zu
Deiner Frauenärztin / Deinem Frauenarzt, zu Pro Familia oder dem
nächsten ärztlichen Notdienst. Denn nach einem ungeschützten Verkehr
sollte die Pille Danach möglichst schnell, spätestens aber 48 Stunden nach der
Verhütungspanne eingenommen werden. Bei rechtzeitiger und genauer Anwendung ist
von einer Sicherheit um 99% auszugehen. Wichtig: Je früher die Pille Danach
eingenommen wird, um so sicherer wirkt sie. Bekommst Du die Pille Danach, dann
erhältst Du eine Packung mit 4 Dragees. Zwei davon nimmst Du sofort (innerhalb
von 48 Stunden nach dem Verhütungsunfall), die anderen beiden nimmst du
etwa 10 Stunden nach den ersten beiden.
Welche Beschwerden können auftreten?
Durch die Anwendung kommt es manchmal
zu leichten Spannungsgefühlen in den Brüsten, selten auch zu Erbrechen. Die
darauffolgende Regelblutung kann etwas früher oder später als gewohnt
einsetzen. Diese Nebeneffekte sind nicht ungewöhnlich. Dennoch solltest Du der
Ärztin / dem Arzt berichten, wenn Du Beschwerden spürst.
Wie verträglich ist die Pille
Danach?
Deinem Körper werden bei der Pille Danach
Hormone zugeführt, die für eine nachträgliche Schwangerschaftsverhütung
notwendig sind. Es kann dabei zu den oben beschriebenen Nebenwirkungen kommen.
Diese Nebenwirkungen sind in den häufigsten Fällen lästig, aber nicht
gefährlich. Aber auch hier gilt: Der Frauenärztin / dem Frauenarzt
alles genau berichten. Spätschäden sind bei der Pille Danach nicht
bekannt. Eine spätere Schwangerschaft wird durch diese Methode nicht
beeinträchtigt. Wo bekomme ich die Pille Danach?
Die Pille Danach bekommst Du überall dort,
wo es Ärzte/Ärztinnen gibt. Also z.B. in jeder gynäkologischen
Praxis, an Wochenenden beim ärztlichen Notdienst oder auch bei Pro
Familia. Sie ist, wie die Pille, verschreibungspflichtig und in der
Apotheke gegen Vorlage des Rezeptes erhältlich. Sie kostet Dich pro Packung
ca. 10 Euro. Die Pille Danach gibt es als
Medikament zur Zeit nur in Deutschland und England. Dort wird sie
unter dem Namen PC 4 verkauft (Post Coital = nach dem
Geschlechtsverkehr/die "4" steht für die 4 Pillen, die eingenommen
werden müssen). Trotzdem mußt Du in den meisten europäischen Urlaubsländern
nicht auf diese Nach-Verhütungsmethode verzichten. Dort bekommst Du in solchen
Notfällen vom Arzt einfach 4 Pillen von einer ganz bestimmten
Pillensorte, die die gleichen Hormone und die gleiche Konzentration
enthalten wie die Pille Danach in Deutschland. Wenn Du Dich also im Ausland
wegen der Pille Danach an einen Arzt oder eine Ärztin wendest, dann sage
ihm/ihr einfach, daß Du wegen einer "post coital contraception"
(Verhütung nach dem Geschlechtsverkehr) kommst. Dann weiß er/sie
gleich, worum es sich handelt und kann Dir helfen.
| Die
*Pille danach* - Teil 1 |
www.pille.com
Teil 1
Ich habe vor kurzem
gelesen, daß es ein Medikament gibt, mit dem man auch noch verhüten kann,
nachdem man miteinander geschlafen hat. Da ich keine Lust habe dauernd die Pille
zu nehmen, weil ich meinen Freund nur alle zwei Wochen am Wochenende sehe,
würde mich interessieren, wo man dieses Medikament bekommt und ob es auch
wirklich sicher ist. (Marie-Luise, 18,
Nürnberg)
Mit der
Pille
Danach darf nur in Notfällen "nachverhütet" werden!
Hallo Marie-Luise! Du hast recht. Mit
der sog. Pille Danach kann eine Frau noch bis zu 48 Stunden nach einem
ungeschützten Geschlechtsverkehr eine ungewollte Schwangerschaft verhindern.
Doch damit auch die beabsichtigte Wirkung erzielt werden kann, enthält die
Pille Danach eine extrem hohe Hormondosis. Aus diesem Grund darf sie nicht als
ganz "normales" Verhütungsmittel - also nach jedem Geschlechtsverkehr
- benutzt werden, sondern wirklich nur in Notfällen, z.B. wenn mal das Kondom
gerissen ist, oder Ihr leichtsinnig wart und die Verhütung vor lauter Lust
vergessen habt. Selbst wenn Du sie nur alle 14 Tage einnehmen würdest, weil Du
Deinen Freund so selten siehst, würdest Du damit Deinem Körper auf Dauer
schaden. Immerhin enthält eine Dosis der Pille Danach so viel an Hormonen wie
eine ganze Monatspackung einer üblichen Anti-Baby-Pille. Das bleibt selten ohne
körperliche Auswirkungen. Viele Frauen leiden nach der Einnahme der Pille
Danach für ein paar Stunden an Übelkeit oder allgemeinem Unwohlsein. Zudem
würde ihre sichere Verhütungswirkung nachlassen, wenn Du sie häufiger und in
kurzen Abständen von wenigen Wochen einnehmen würdest.
Bleibt es aber bei der seltenen
Anwendung nach Verhütungspannen, dann verarbeitet der Körper den hohen
Hormonstoß, ohne ihn langfristig zu belasten oder zu schädigen. Und
kurzfristiges Unwohlsein ist für die meisten Frauen immer noch die bessere
Alternative als eine ungewollte Schwangerschaft zu riskieren.
Die Pille Danach ist also nur für
Ausnahmesituationen gedacht. Und in denen wirkt sie auch sehr sicher.
Vorausgesetzt, eine Frau hält sich bei der Einnahme an die Anweisungen des
Arztes. Denn als hochwirksames Medikament ist sie nur über ihn auf Rezept
zu bekommen. An Wochenenden oder an Feiertagen kann man sich deshalb auch an
alle ärztlichen Notdienste wenden, um die Einnahmefrist von max. 48 Stunden
nicht zu überschreiten.
Ich habe einen sehr
lieben Freund und wir liebkosen uns gegenseitig am ganzen Körper. Nur das mit
dem Mund an den Geschlechtsteilen zu lecken haben wir noch nicht probiert. Nun
will ich mit ihm Oralverkehr machen. Er war von der Idee ganz angetan. Doch wie
soll ich das anstellen? Wie genau macht man das denn? Soll ich zärtlich an
seinem Glied lutschen oder auch zart daran knabbern?
(Sibylle,16,
Wiesbaden)
"Oralverkehr" ist ein
Sammelbegriff für verschiedene Zärtlichkeiten!
Hallo Sibylle! Wie kommst Du überhaupt
auf die Idee mit ihm Oralverkehr haben zu wollen, wenn Du selbst noch keine
rechte Vorstellung davon hast, was das ist?
Und was erwartest Du jetzt von mir? Soll
ich Dir nun erzählen, wie Du mit dieser "Nummer" bei Deinem Freund am
besten ankommst? Das kann ich gar nicht! Denn miteinander zärtlich zu sein und
Sex zu haben ist kein Programm, das man lernen kann und dann irgendwann
irgendwie abspult. "Soll ich zärtlich an seinem Glied
lutschen, oder auch zart daran knabbern?", fragst Du mich. Die Antwort
darauf, kann Dir nur Dein Freund selbst geben, denn mit ihm willst Du das ja
ausprobieren. Und ihm willst Du ja auch damit gut tun, oder?
Stell Dir doch mal vor, daß Dein Freund
sich an mich wenden würde, um mich zu fragen, wie er Dich - seine Freundin -
z.B. am besten zum Orgasmus bringt. Würdest Du Dich da nicht auch fragen, wie
er denn darauf kommt, daß ich - ein Außenstehender, der Dich gar nicht kennt -
wissen soll, welche Art von Zärtlichkeiten Dich besonders erregen?
Ich glaube, daß Du mir diese Frage auch
nur stellst, weil Du für Deinen Freund eine gute Liebhaberin sein willst.
Vielleicht auch, weil Du ihm auf diese Weise vorspielen willst, daß Du schon
sexuell erfahren bist, obwohl das nicht stimmt. Du bist gerade dabei Deine
ersten Erfahrungen zu machen und herauszufinden, was dabei gut und was weniger
gut für Dich ist. Deinem Freund geht das wahrscheinlich genauso. Warum sollte
ich mich denn da jetzt einmischen, indem ich Dir sage, "mach mal bei Deinem
Freund dies oder das". Solche Ratgeber, die scheinbar immer alles besser
wissen, hast Du doch sicher genug in Deiner Umgebung. Doch jeder dieser Ratgeber
kann eigentlich nur für sich selbst sprechen.
Was der eine z.B. beim Oralverkehr
obergeil findet, das turnt einen anderen möglicherweise total ab. Und Du wärst
mit Recht sauer auf mich, wenn ich Dir jetzt Tipps geben würde, mit denen Du bei
Deinem Freund überhaupt nicht ankommst.
Wenn Du also unbedingt Oralverkehr mit
ihm haben willst, dann spüre doch mal, was Du mit Deinem Freund am liebsten
machen würdest. Probier einfach aus, wonach Dir gerade ist, wenn ihr
zusammenliegt. Sei aufmerksam dafür, wie er auf Deine Berührungen reagiert.
Oder bitte ihn einfach Dir zu sagen oder Dir ein Zeichen zu geben wie angenehm
oder unangenehm diese Zärtlichkeiten für ihn sind. So lernst Du nach und nach,
welche Liebkosungen er mag, welche nicht und Du erfährst dabei auch, woran Du
selbst Spaß hast. Sexuelle Erfahrungen zu sammeln heißt
nicht, daß Ihr nach und nach alle sexuellen Praktiken ausprobieren müßt, von
denen Ihr mal gehört habt. Andersherum macht es viel mehr Sinn. Wenn Ihr also
mal wieder miteinander “rumliebt” und Du dabei plötzlich Lust hast, den
Penis Deines Freundes zu küssen oder mit der Zunge daran rumzuspielen, dann tu
es einfach, wenn Dein Freund Dich läßt. Ob das dann Oralverkehr ist oder nicht
spielt doch überhaupt keine Rolle. Hauptsache dabei ist doch, daß es Euch
beiden gefällt, oder? Denn der Begriff Oralverkehr ist sowieso nur ein
Sammelbegriff für alle möglichen Zärtlichkeiten, bei denen sich Mund und
Penis oder Mund und Scheide berühren.
| Kondom
trotz Gummi-Allergie? |
Mein Freund und ich
haben ein Problem mit der Verhütung. Vor etwa einem Jahr habe ich die Pille
abgesetzt, weil sie mir nicht bekommen ist. Seitdem verhüten wir mit Kondomen.
Anfangs gab´s da auch keinerlei Probleme. Doch seit etwa acht Wochen bekommt
mein Freund beim Sex am Penis immer so einen rötlichen Ausschlag, der juckt.
Als ich meine Tage hatte, haben wir das Kondom mal weggelassen und siehe da, er
bekam keinen Ausschlag. Kann es sein, daß mein Freund gegen Kondome allergisch
ist? Und wenn ja, was kann man da tun. Es wäre nett, wenn Du uns einen Tip
geben könntest, weil wir deshalb im Moment nicht wissen, wie wir nun eigentlich
sicher verhüten sollen. (Ilka, 17, Hockenheim)
Für Gummi-Allergiker gibt's jetzt ein
Kondom aus Kunststoff! Hallo Ilka! Nach Deiner Beschreibung ist
es gut möglich, daß Dein Freund zu den Menschen zählt, die auf Latex - das
ist der milchige Pflanzensaft, der Grundbestandteil aller Gummiartikel ist und
aus dem auch Kondome hergestellt werden - allergisch reagieren. Etwa drei
Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Doch ihre Zahl steigt ständig.
Sie mußten bisher auf die Verhütung mit Kondomen verzichten, da es bis vor
kurzem keine latexfreien Präservative gab. Seit Anfang dieses Jahres ist das
anders. Jetzt gibt's einen "Gummi" der eigentlich gar keiner mehr ist.
Der Kondomhersteller London hat ein neues Verhüterli (Durex Avanti) entwickelt,
das aus dem neuartigen Kunststoff Duron besteht und völlig ohne Latex auskommt. Vorteile der neuen
"Wundertüte": Durex Avanti enthält keine der im Naturlatex zu
findenden Allergene und ist deshalb auch für Latex-Allergiker geeignet. Wen
bisher der typische Latex-Geruch abgeturnt hat, kann aufatmen. Denn der neue
Kunststoff ist völlig geruchs- und geschmacksfrei und kann sowohl mit öl- und
fetthaltigen als auch mit Gleitmitteln auf Wasserbasis angewendet werden, ohne
daß deshalb seine Reißfestigkeit leidet. Das neue Material ist doppelt so
belastbar wie Latex und fühlt sich geschmeidiger an als Gummi. Daher können
diese Kondom viel dünner hergestellt werden, sind dabei aber genauso belastbar
und reißfest wie herkömmliche Markenkondome. Doch was den einen freut, das bringt
andere in Argumentationsnot. Denn der neue Kunststoff-Pariser nimmt den
üblichen Ausreden eingefleischter Kondommuffel ("mit Kondom spürt man
überhaupt nichts!", "ich vertrage keinen Gummi", "der
riecht so komisch", "die reißen so leicht" u.a.m.) mit einem
Schlag den Wind aus den Segeln. Soviel neue Kondom-Technologie hat
allerdings auch ihren Preis. So kostet der Zweierpack zur Zeit noch stolze 12
Mark. Und den gibt's auch nur in der Apotheke. Da lohnt sich möglicherweise der
Bezug aus dem Ausland (England, Skandinavien oder Italien) über eine
internationale Apotheke. Denn dort sind diese Kondome billiger als in
Deutschland. Besorgt Euch also einfach mal dieses
neue "Wunder-Kondom" und probiert es selbst aus. Wenn Dein Freund dann
keinen Ausschlag mehr bekommt, habt Ihr Euer Problem schon gelöst.
Stell Dir vor, der Junge, den Du liebst,
hat mit Dir Schluß gemacht. Dir ist nur noch zum Heulen und Dein Schmerz ist so
groß, daß Du am liebsten alles hinschmeißen würdest. Da ist es gut, wenn du
Dich daran erinnerst, daß Du eine Freundin hast, die Du auch mal nachts um 12
mit Deinem Kummer "nerven" kannst, die Dich versteht, weil sie sowas
kennt, die Dich tröstet, die Dir auch mal in den Hintern tritt, wenn Du Dich zu
sehr hängen läßt oder die einfach für Dich da ist ohne dumme Kommentare
abzugeben oder Dich wegen Deinem Liebeskummer für bescheuert hält.
"Wir sind Freunde.....", das
sagt sich so leicht dahin. Aber Freundschaft ist nicht immer so leicht zu leben.
Denn befreundet zu sein das bedeutet, sich einander, so wie man nun mal ist,
zumuten zu können und fähig zu sein, sich so zu achten und zu ertragen, ohne
deshalb darüber in Streit zu geraten.
Daß das nicht immer einfach ist, das
merkst Du schon daran, wie schwer es manchmal ist, sich selbst auszuhalten, wenn
man Kummer hat. Freundschaft ist keine Einbahnstraße.
Wer befreundet ist, der ist auch bereit gegenseitig füreinander einzustehen.
Das bedeutet aber nicht, daß Du auch alles gut finden mußt, was Deine Freundin
tut. Denn eine gute Freundschaft hält es immer aus, wenn Dein Freund z.B.
Drogen nimmt und Du das ziemlich bescheuert findest. Wenn er es ernst meint mit
der Freundschaft, dann bist Du für ihn deshalb kein "Spielverderber".
Und er wird für Dich deshalb kein "abgefuckter Junkie"sein. Du kannst
ihm Deine ehrliche Meinung sagen, ohne Eure Freundschaft deshalb aufs Spiel zu
setzen. Miteinander befreundet sein bedeutet also immer auch miteinander
streiten zu können, ohne deshalb gleich Deinen besten Freund oder Deine beste
Freundin zu verlieren. Freundschaft ist ein Gefühl, das man
für einen anderen Menschen empfindet. Es kann durchaus sein, daß Du etwas
anderes für Deinen Freund empfindet als er für Dich. Trotzdem könnt Ihr gute
Freunde sein. Einem Freund vertraut man, mit ihm redet
man auch über sich und seine Gefühle. Auf einen Freund kann man sich
verlassen. Und Freunde sind offen und ehrlich zueinander. Bei Freunden darf man
auch mal Fehler machen ohne deshalb gleich "unten durch" zu sein.
Freunde nehmen einen so wie man ist und wollen einen nicht ständig ändern. Du kannst nicht einfach beschließen
jemanden zu Deinem Freund zu machen. Freundschaft ist aber auch nicht
"einfach so" da. Sie muß erst wachsen, wie eine Pflanze. Und dazu
muß sie auch gepflegt werden, sonst geht sie irgendwann einfach wieder ein. Du kannst ja mal testen, ob du
selbst bereit dazu bist, eine gute Freundschaft mit einem Jungen oder einem
Mädchen einzugehen. Denke mal an Deinen besten Freund oder Deine beste Freundin
und beantworte Dir selbst dann mal die folgenden Fragen:
-
Du bist verliebt,
hast Schmetterlinge im Bauch. Würdest Du mit Deinem Freund / Deiner Freundin
von Deinen Liebesgefühle, Deinen Phantasien und Ängsten erzählen?
-
Du hast Dich in
den Liebespartner Deiner Freundin verliebt. Würdest Du mit ihr darüber reden?
-
Deine Freundin
bittet Dich für sie zu lügen. Würdest Du Dich weigern?
-
Dein Freund
bittet Dich, daß Du ihm mal Dein neues Fahrrad für eine wichtige Besorgung
leihst. Würdest Du es ohne zu zögern tun?
-
Du hast Streit
mit Deiner besten Freundin. Im Zorn beschimpft sie Dich. Bleibst Du trotzdem da,
weil Du weißt, daß sie Dich im Grunde mag und nur gerade mal
"ausgetickert" ist?
-
Dein Freund fragt
Dich, ob Du beim Sex schon mal Probleme hattest. Antwortest Du ihm ehrlich?
-
Deine Freundin
ist magersüchtig und schluckt ständig irgendwelche "Schlankmacher",
obwohl sie schon so wenig wiegt. Sie bittet Dich aber niemandem was davon zu
sagen. Würdest Du trotzdem mit ihren Eltern darüber sprechen?
-
Dein Freund hat
bei Mädchen meistens mehr Erfolg als Du. Kannst Du ihm das gönnen?
Wenn Du die meisten Fragen klar mit
"JA" beantwortet hast, dann bist Du ein verlässlicher Freund,
auf den man zählen kann. Für Dich bedeutet Freundschaft nicht einfach nur
blind zu vertrauen. Du bist ehrlich zu Deinem Freund und kannst auch bei Deiner
eigenen Meinung bleiben ohne daß ihr deshalb gleich Eure Freundschaft in Frage
stellen müßt.
Wenn Du die meisten Fragen mit NEIN
beantwortest, dann ist echte Freundschaft für Dich noch ein Fremdwort. Du
erwartest zwar viel von Deinen "Freunden" aber Du bist nicht bereit
auch für Eure Freundschaft einzustehen. Daher kannst du auch nicht sicher sein,
dass Deine Freunde auch wirklich zu Dir halten, wenn Du ihre Hilfe brauchst. Du
sagst zwar, dass Du Freunde hast. Doch im Grunde vertraust Du keinem. Nicht
einmal Dir selbst.
| "Aufpassen"
ist absolut out! |
Ich bin 17 Jahre alt
und habe seit einiger Zeit wieder einen sehr lieben Freund. Wir wollten auch
schon miteinander schlafen! Doch er wollte ohne Kondom und ich
wollte mit! Dann ist halt nichts gelaufen. Und nun mache ich mir ständige
Vorwürfe, daß ich gekniffen habe! Er hat gesagt, daß er schon aufpasst und
daß ich ihm vertrauen soll. Doch in meinen Augen ist das keine Vertrauenssache
sondern Leichtsinn! Aber ich will ihn ja schließlich auch nicht enttäuschen.
Jetzt weiß ich nicht, was ich tun soll!
(Kerstin, 17,
Weilburg)
Du hast völlig richtig gehandelt!
Hallo Kerstin! Du hast vollkommen recht.
Mit "Aufpassen" (Penis vor dem Erguß aus der Scheide ziehen) zu
verhüten ist Leichtsinn. Denn bereits vor dem Erguß kommen mit dem sog.
Glückstropfen bis zu 10 Millionen Samenzellen aus dem Penis, die für eine
Befruchtung ausreichen können. Und die kann kein Mann kontrollieren, da er
meistens nicht spürt, wenn sie rausfließen. Ausserdem gibt's ja noch das Risiko sich
anzustecken. Und wenn Dein Freund bei Dir so leicht auf Kondome verzichtet, dann
hat er das früher vielleicht auch schon getan. Wißt ihr denn sicher, ob ihr
gesund seid und nicht unbemerkt Krankheitserreger wie z.B. den HI-Virus (AIDS)
in Euch tragt? Denn dann könntet Ihr Euch und andere anstecken. Lass Dich also nicht zu solchem
Leichtsinn drängen. Denn eine ungewollte Schwangerschaft oder eine sexuell
übertragbare Krankheit sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Mach ihm
das klar. Und wenn er keine Kondome benutzen will, dann sag NEIN! Schlag ihm lieber vor, mal zusammen zu
einer Verhütungsberatung z.B. bei Pro Familia zu gehen und sich dort über alle
sicheren Verhütungsmittel ausführlich zu informieren. Wo die nächste Pro
Familia Beratungsstelle in Deiner Nähe ist, kannst Du hier erfahren. Du hast also keinen Grund Dir Vorwürfe
zu machen. Im Gegenteil! Du hast vollkommen richtig gehandelt. Mit
"Kneifen" hat das nichts zu tun. Du warst mit Deiner Zurückhaltung
einfach viel achtsamer und rücksichtsvoller als er. Denn schließlich ist es
er, der Dich mit seinem Verhalten in eine sehr schwierige Situation bringen
kann, indem er Dich schwängert oder Dich ansteckt. Und das darf niemandem
einfach egal sein. Schon gar nicht, wenn man sich liebt.
Ich habe mal eine
etwas peinliche Frage an Euch. Wo genau ist denn der Kitzler bei einer Frau? Ich
weiß nämlich nicht, wo ich danach suchen soll und woran ich ihn erkenne. Ist
er denn überhaupt wichtig, z.B. wenn ich später mal mit meinem Freund schlafen
will? Oder kann es sein, daß ich vielleicht keinen habe?
(Angela,
14, Graz)
So kannst Du den
Kitzler ertasten und sehen... Bild: Klitoris
hier Liebe Angela! Auch Du hast ganz sicher
einen Kitzler (andere Bezeichnungen: "Klitoris", "Perle").
In dem Buch "Wie wir werden - Was wir fühlen" von Ruth Bell (Hrsg.),
das ich Dir übrigens für solche und ähnliche Fragen sehr empfehlen kann,
schreibt dazu ein 16 jähriges Mädchen: "Es ist nicht schwer Deine Perle zu
finden. Du brauchst da unten zwischen Deinen Venuslippen nur herumzufühlen.
Wenn du an eine Stelle kommst, wo die Berührung sich besonders gut anfühlt und
Dich sexuell erregt, dann ist das Deine Perle." Willst Du Deinen Kitzler nicht nur
spüren, sondern auch mal sehen, dann setze Dich nackt vor einen Spiegel und
ziehe Deine Venuslippen leicht mit den Fingern auseinander. Oberhalb des
Scheideneingangs, dort wo Deine inneren Venuslippen zusammenführen, die ein bisschen wie Schmetterlingsflügel aussehen, siehst Du einen kleinen rosigen
"Zipfel". Das ist Deine Klitoris oder zumindest der Teil von ihr, der
sichtbar ist. In Deiner Perle vereinigen sich eine
Vielzahl von berührungsempfindlichen Nervenden, deren Ausläufer sich durch
die Venuslippen, entlang der oberen Innenschenkel bis hin zum After ziehen.
Daher ist dieser ganze Bereich besonders empfänglich für Zärtlichkeiten. Oft liegt über der Perle eine kleine
"Vorhaut" (ähnlich wie beim Penis des Mannes, nur kleiner), die sich
bei sexueller Erregung, wenn die Perle sich mit Blut füllt und anschwillt,
manchmal von alleine zurückschiebt. Meist muß man aber mit den Fingern etwas
nachhelfen, wenn man sie sehen will. Das ist normal. Die Klitoris ist das empfindsamste
Lustorgan der Frau. Ihre einzige Aufgabe besteht darin, einer Frau Genuß zu
verschaffen, Lust zu machen! Egal ob bei der Selbstbefriedigung oder beim Sex
mit einem Partner. Die Klitoris ist für Berührungen nicht
immer gleich empfindlich. Manchmal sind festere und schnellere Berührungen der
Perle erregend. In anderen Situation machen eher sanfte und zärtliche
Stimulationen Lust. Manchmal kann es auch wehtun, wenn man die Spitze der
Perle berührt oder reibt, weil sie so hochsensibel ist. Männer erleben das
ganz ähnlich mit ihrer Eichel. Deshalb finden es manche Frauen besonders
angenehm, den Bereich um den Kitzler herum mit den Fingern zu
"umkreisen". Sexualstudien belegen, daß etwa die
Hälfte aller Orgasmen bei Frauen "nur" durch manuelle Stimulation
("Handarbeit") erreicht werden. Entweder durch Selbstbefriedigung oder
wenn der Partner oder die Partnerin den Kitzler streichelt. Beim
Geschlechtsverkehr berührt der Penis die Klitoris oft nur indirekt oder
garnicht. Das ist ein Grund dafür, daß sehr viele Frauen beim
Geschlechtsverkehr nicht oder nur selten zum Orgasmus kommen. So erklärt sich
auch, daß die Penisgrösse beim Sex für die Befriedigung der Frau kaum eine
Rolle spielt. Daher sind das Streicheln mit der Hand oder Berührungen mit Mund
oder Zunge ("Oralverkehr") für viele Paare kein "Vorspiel"
oder "nur Ersatz" für den Geschlechtsverkehr, sondern es ist ihre
"ganz normale Art” zum Orgasmus zu kommen.
Ich nehmen seit zwei Jahren die Pille
und habe bisher noch nie etwas dazuzahlen müssen, wenn ich mir in der Apotheke
mit meinem Rezept eine Dreimonatspackung besorgt habe. Als ich mir nun vor ein
paar Wochen nach meinem 18. Geburtstag wieder eine Packung holen wollte,
verlangte der Apotheker plötzlich 13,- Mark von mir. Er sagte, daß ich ab 18
nun auch die Rezeptgebühr selbst bezahlen müßte. Doch von einer Freundin
weiß ich, daß man die Pille bis zum 20. Geburtstag umsonst bekommt. Könnt ihr
mir sagen, was denn nun richtig ist? (Uschi, 18,
Fulda)
Kläre, ob Du von den Rezeptgebühren
noch befreit werden kannst! Hallo Uschi! Ich kann Deine Verwirrung
gut verstehen, denn die Regelung, die die Krankenkassen nach der gesetzlichen
Änderung von 1992 getroffen haben sind nicht so einfach zu verstehen.
Verwirrung gibt's zu dieser Frage sogar bei den Kassen selbst. Denn bei meinen
Recherchen habe ich zu dieser Frage von den drei Krankenkassen AOK, BARMER und
DAK total unterschiedliche Antworten bekommen. In Deinem Fall gilt nun Folgendes: Bei
der Rezeptgebühr gibt es je nach Packungsgröße drei Kategorien. Für kleine
Packungen fällt dabei eine Rezeptgebühr von 9 Mark an. Mittlere
Packungsgrößen kosten 11 Mark und für Großpackungen - so wie Deine
Dreimonatspackung - zahlst Du eine Gebühr von 13 Mark. (Diese
Angaben können sich laut neuen gesetzlichen Regelungen dann ab 1999 ändern,
das sie gesenkt werden !) Diese Rezeptgebühr fällt für alle
Versicherten und ihre Angehörigen an, sobald sie 18 Jahre alt werden. Also
jetzt auch für Dich. Allerdings brauchst du sie nur dann zu bezahlen, wenn Dein
eigenes Einkommen eine bestimmte Höhe nicht überschreitet. Wenn Du noch in der
Ausbildung bist oder noch bei Deinen Eltern wohnst, gelten ebenfalls
Einkommensgrenzen. Dazu heißt es auf der AOK-Homepage:
Bei geringen Einkünften wird der
Versicherte ganz oder teilweise von bestimmten Zuzahlungen befreit. Jedes Jahr
werden diese Grenzen angepaßt. Hier die Werte für 1998:
| Alleinstehende |
1.736,00 DM
|
| Verheiratete |
2.387,00 DM
|
| Verheiratet, 1 Kind |
2.821,50 DM
|
| Verheiratet, 2 Kinder |
3.255,50 DM
|
| jeder weitere Angehörige |
434,00 DM
|
| (Quelle:
www.aok.de,
1998) |
. |
Liegt also Dein Einkommen bzw. das
Deiner Eltern unter diesen Grenzen, dann kannst Du Dir von Deiner Krankenkasse
eine Bescheinigung ausstellen lassen, die Du dann beim Einlösen des Rezepts in
der Apotheke vorlegst. So mußt Du keine weiteren Gebühren für Deine Pille
bezahlen. Manche Mädchen und Frauen müssen neben
der Rezeptgebühr für ihre Pille noch eine Zuzahlung leisten. Das liegt daran,
daß die gleiche Pille in verschiedenen Apotheken unterschiedlich viel kosten
kann. So wie im Supermarkt, wo die Preise für das gleiche Produkt mal höher
und mal niedriger sein können. Die Krankenkasse erstattet dafür aber nur einen
vorher festgelegten einheitlichen Betrag. Kostet die Pille in Deiner Apotheke
mehr, dann mußt Du diese Mehrkosten selbst übernehmen. Preisvergleiche
zwischen verschiedenen Apotheken können sich also lohnen.
Margit vom
Dr.-Sommer-Team
hat sich mal umgehört, was Jugendliche und junge Erwachsene unter Sex
verstehen. Die wichtigsten Antworten hat sie für Euch zusammengefasst:
"Sex ist
Geschlechtsverkehr"
Das stimmt nur zum Teil. Sexualität ist
weit mehr als Geschlechtsverkehr bzw. das Einführen und Hin- und Herbewegen des
Penis in der Scheide - so toll das auch sein kann. Aber der Penis und die
Scheide sind nicht der Mittelpunkt der Sexualität. Für die sexuelle
Befriedigung eines Mädchens oder einer Frau ist der Penis nicht wichtig. Nur
etwa jedes fünfte Mädchen erreicht durch puren Geschlechtsverkehr einen
Höhepunkt. Weil der Penis eben nicht so leicht da hinkommt, wo das Lustzentrum
der Frau sitzt: an den Kitzler (Klitoris) bzw. den Bereich drum herum. Der
Kitzler liegt nämlich nicht in der Scheide, sondern am Scheideneingang, oben
zwischen den kleinen Schamlippen. Hochempfindlich für sanften Druck oder
Berührungen. "Sex ist Petting"
Petting ist eine schöne Variante beim Sex.
Bitte nicht mißverstehen als "Vorspiel", das ist ein ziemlich
irreführendes Wort, so als wäre es nur ein Mittel zum Zweck, um sich
anzuheizen fürs scheinbar Wesentliche. Für viele von Euch ist Petting das
Schönste beim Sex überhaupt: Beieinanderliegen, kuscheln, fummeln, sich
streicheln oder massieren. Ihr könnt dabei den ganzen Körper immer wieder neu
entdecken mit den Händen, mit ganz zarten Berührungen der Fingerkuppen. Oder
mit neugierigen Fingern, der Zunge, den Lippen. Oder liebevoll knabbernden
Zähnen. Ohne Anstrengung, ohne damit unbedingt was erreichen zu wollen. Einfach
weil es für sich schön ist. Zum Abheben schön. Heavy Petting ist übrigens,
wenn Ihr Euch dabei gegenseitig zum Orgasmus bringt. "Sex ist Oralverkehr"
Oralverkehr ist eine Sexualpraktik von
vielen. Oralverkehr macht ihr, wenn ihr die Scheide, den Kitzler, den Penis oder
was immer ihr auch mögt mit dem Mund stimuliert: da darf gesaugt, geleckt,
gesabbert und geknabbert werden. Und weil das einfach mal Geschmacksache ist,
müssen schon beide Spaß dran haben. "Sex ist Zärtlichkeit"
Zärtlich sein, genau, ganz wichtig.
Vielleicht habt Ihr den Begriff "Blümchensex" schon mal gehört, wo's
eben besonders um die sanfte Seite der Sexualität geht, da kann man richtig die
rosa Herzchen rumfliegen sehen zwischen den beiden. Aber Sexualität hat viele
Gesichter, lebt von der Abwechslung und der Mischung. Einmal ist es traumhaft,
sich den ganzen Abend zu lieben, immer wieder neu. Und ein andermal passt es
einfach, spontan übereinander herzufallen und sich kurz und schnell aneinander
zu erfreuen. "Sex ist Leidenschaft"
Manchmal liebt man(n) oder frau es auch,
fester angefasst zu werden, dann lieben sie sich fordernder, gierig, fast
aggressiv. - Oder verspielt. Oder man will sich dabei nur in die Augen schauen.
Spürt sich mit dem ganzen Körper, verschmilzt miteinander, als wenn es da
keine Grenzen mehr gäbe zwischen sich und dem andern. Das ist ja gerade das
Faszinierende an der Sexualität: sich gegenseitig anzustecken mit der
Liebesenergie und sie fließen zu lassen: Mal sanft und leise und dann wieder
laut und wild - so wie sie gerade da ist. "Sex ist befriedigend"
Logisch, daß das nicht immer so ist.
Manchmal ist Sex einfach nicht das, was man sich davon erwartet hat. Vielleicht,
weil man mit den Gedanken ganz woanders war und sich dabei nicht entspannen
konnte. Oder weil man sich zu sehr unter Druck gesetzt hat. Nicht weiter
schlimm, denn warum sollte es ausgerechnet beim Sex anders sein als sonst im
Leben? Da klappt auch nicht immer alles. Aber es gibt ja immer ein nächstes
Mal... "Sex ist
Selbstbefriedigung"
Klar! Und das fängt nicht erst in der
Pubertät an und hört nicht dann einfach auf, wenn man einen Partner hat mit
dem man schläft. Man hat schon bei Säuglingen festgestellt, daß sie sich
total verzückt mit ihren Geschlechtsteilen beschäftigen. Über Ultraschall hat
man sogar gesehen, daß sie daran schon im Mutterleib Spaß haben, vor der
Geburt. Bis dann im Laufe der Jahre die ganzen Tabus und Verbote kommen, die
einem nur die Lust am eigenen Körper verpfuschen wollen. Sich selbst zu
spüren, fühlen wie der Körper auf unsere eigenen Berührungen reagiert, wie
und an welcher Stelle es besonders erregend ist - Das ist völlig natürlich und
weder ungesund noch unmoralisch. Egal wie oft man das tut.
Im ersten Teil zur Frage “Was ist
eigentlich Sex?” ging es um Geschlechtsverkehr, Petting, Selbstbefriedigung,
um Leidenschaft, Zärtlichkeit und Oralverkehr. Margit vom Dr.-Sommer-Team hatte
sich dazu für Euch mal auf der Straße umgehört.
Was Jugendlichen und jungen Erwachsenen
zum Thema Sex noch wichtig war, das erfahrt ihr hier im zweiten Teil: Reden über Wünsche und Gefühle
Auch das gehört zur Sexualität: zeigen
was man mag, auch seufzen, stöhnen, schweigend genießen. Reden über das was
gefällt. Aber auch sagen was stört - und nicht einfach alles über sich
ergehen zu lassen. Das fällt uns am allerschwersten: Zu reden. Besonders,
wenn's um unsere Ängste geht, unsere geheimen sexuellen Phantasien, unsere
Wünsche. - Wenn wir wollen, dass wir unsere Sexualität nicht mit angezogener
Handbremse leben, sondern mit ihrer ganzen Lebendigkeit, dann kommen wir nicht
dran vorbei, uns gegenseitig was davon zu zeigen. Mut zur Offenheit
Dazu gehört schon ein bißchen
Überwindung oder Mut. Aber das Risiko lohnt sich. Weil meistens das Gegenteil
von dem passiert, wovor wir Angst haben: Es ist nämlich total befreiend,
offen von seinen Ängsten, Sehnsüchten und Träumen zu erzählen. Die Liebe
kann dadurch noch wachsen - und Ihr habt so mehr Lust auf- und aneinander.
Schuldgefühle, dass wir überhaupt sexuelle Wünsche und Phantasien haben, die
sind einfach überflüssig. Aufmerksam sein
Klar, zur Offenheit gehört Vertrauen. Und
es ist wichtig, sich einfühlen zu können in den anderen. Das heißt auch,
aufmerksam zu sein, zu schauen, was der Körper des Partners sagt, wann sie oder
er lustvoll reagiert, wann er sich eher steif macht oder sich entzieht - so
kriegt Ihr schon jede Menge mit. Phantasievoll sein
Wenn Vertrauen da ist, dann kann sich auch
Phantasie breitmachen. Sex ohne Phantasie, das ist wie Essen ohne richtigen
Geschmack.
Schweißtreibende Hochleistungsübungen
ohne Gefühl für den anderen, nur Technik im Kopf - das ist was fürs
Fitneßstudio - da muß dann wenigstens nur einer leiden. Die haben an dem, was
Sexualität sein kann - vorbeigeturnt oder vorbeigeschuftet - und dabei das
Schönste versäumt. Nämlich das neugierige Ausprobieren, sich Rantasten,
Rumspielen, sich zusammen Lustphantasien machen ...... und dabei Spaß haben wie
Kinder, die was Neues entdeckt haben. Lachen, erschaudern vor lauter sinnlichem
Prickeln, sich dabei immer intimer kennenlernen und so Lust und Befriedigung
immer wieder anders und tiefer miteinander erleben. Gelassen bleiben
Zur Sexualität gehört natürlich auch
Entspannung. Nicht erst danach. Zum Beispiel, wenn Ihr VORHER schon über die
Verhütung sprecht oder Kondome vorher schon mal so zum Spaß zusammen
ausprobiert. Das gibt einfach Sicherheit in dem ganzen Wirrwarr von
Gefühlen, die gerade vor oder beim ersten Mal da sind. Und es gibt Euch ein
Stück Gelassenheit (z.B. daß Ihr keine Angst vor einer Schwangerschaft, HIV
oder Hepatitis haben müsst) - so könnt Ihr Euch voll auf Eure Lust einlassen,
aufs Spüren. Wenn Ihr dann noch dafür sorgt, daß das Drumherum stimmt, Ihr
Eure Ruhe habt, keiner reinplatzen kann - dann ... sind das schon beste
Voraussetzungen für Lust ohne Reue.
Ich wollte mich mal
über die Pille erkundigen. Ab wann kann man sie bekommen ? Bin ich mit 15 zu
jung dafür ? Gibt es Nebenwirkungen? Nimmt man zu? Sind die Hormone schlecht
für den Körper? Bitte antwortet mir bald, weil ich demnächst einen Termin bei
der Frauenärztin habe. (Carina, 15, Eschwege)
Mit Deiner Frauenärztin findest Du die
richtige Pille für Dich! Hallo Carina! Deine Fragen sind nicht so
einfach und allgemein zu beantworten. Und zwar aus folgendem Grund: DIE PILLE gibt es nämlich nicht. Auf
dem Markt gibt es über 60 verschiedene Pillen-Sorten mit unterschiedlicher
Zusammensetzung. Das liegt u.a. daran, daß nicht jede Frau die gleiche
Hormon-Konzentration und Wirkstoffkombination zur sicheren und
nebenwirkungsfreien Verhütung braucht und verträgt. Als Grundsatz für die
Verschreibung einer Pille gilt: So viel Hormone wie nötig und so wenig Hormone
wie möglich! Um für Dich die Pille mit der geeigneten Dosierung finden zu
können, braucht die Ärtzin ein paar Informationen zu Deinem Gesundheitszustand
und sollte Dich vorher auch körperlich untersuchen. Nicht immer wird sie dabei
zu dem Schluß kommen, daß die Pille für Dich ohne gesundheitliches Risiko
ist. Z.B. dann, wenn Du zuckerkrank bist, hormonabhängige Tumore hast, zu Herz-
und Kreislauferkrankungen oder zu Thrombosen neigst. Optimal ist es, wenn Du eine Pille
erhältst, die bei Dir keine Nebenwirkungen wie z.B. Gewichtszunahme,
Zwischenblutungen, Lustlosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bluthochdruck u.a.
hervorruft. Wie verträglich eine Pille ist kann man jedoch letztlich erst nach
zwei, drei Monaten feststellen. Denn auch bei einer "geeigneten" Pille
können während der Einnahme der ersten Pillenpackungen Nebenwirkungen
auftreten, weil der Körper zunächst mal Zeit braucht, sich auf die künstliche
Hormongabe einzustellen. Dauern die Nebenwirkungen jedoch länger an, dann macht
es Sinn, mit der Ärztin über den Wechsel zu einer anderen Pille zu sprechen. Treten keine unangenehmen Nebenwirkungen
auf und hältst Du Dich bei der Einnahme an ein paar Grundregeln (z.B. nicht zu
rauchen, wenn Du die Pille nimmst), dann schadet sie auch nicht Deiner
Gesundheit. Vorausgesetzt Du bist selbst gesund und läßt Dich auch weiterhin
in regelmäßigen Abständen auf mögliche Erkrankungen untersuchen. Wichtig
dabei ist auch, daß Du ein gutes Gefühl für Deinen Körper entwickelst. Denn
nur wenn Du aufmerksam für Veränderungen bzw. gesundheitliche Beschwerden bist
und die mit Deinen Ärzten besprichst, können sie auch rechtzeitig etwas tun. Ab 14 Jahren kannst Du die Pille
bekommen. Doch nur dann, wenn Deine Eltern einverstanden sind oder der Arzt Dich
für "seelisch und körperlich reif genug" hält. In diesem Fall
geht's auch mal ohne Wissen der Eltern. Ab 16 kannst Du das selbst entscheiden.
Dann steht der Arzt gegenüber den Eltern auch unter Schweigepflicht. Doch egal
wie alt Du bist: Voraussetzung für die Einnahme der Pille ist immer, daß die
Frauenärztin auch ihr medizinisches Okay dazu gibt. Du siehst: Die Pille an sich ist weder
gesund noch schädlich. Es kommt eben ganz darauf an unter welchen
gesundheitlichen Bedingungen ein Mädchen oder eine Frau sie einnimmt. Willst Du mehr über die
Pille
wissen? Dann laß Dich doch mal bei ProFamilia beraten oder besorge Dir dort
kostenlos die Info-Broschüre zur Pille. Wo die nächste
ProFamilia
Beratungsstelle in Deiner Nähe ist, kannst Du unter der folgenden
Internet-Adresse erfahren: Adressenliste aller Pro Familia
Beratungsstellen
in Deutschland
www.uni-stuttgart.de/UNIuser/aki/bst-list.htm |