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. Abtreibung Teil 2/3
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. Fragen und Antwort zur Abtreibung in der Gesellschaft und der Kirchen
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. Erklärung der deutschen Bischofskonferenz
. Frauen im Umgang mit Mifegyne + Interview
. Bischöfe und der Beratungsschein
. Frauen können in Deutschland seit 1999 mit Mifegyne abtreiben
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. NEWS & INFO
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Erklärung der Deutschen Ausstieg aus der Bischofskonferenz zum §218-Beratung vom 24.09.1999
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Nach dem Ende der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat der Vorsitzende Karl Lehmann eine Erklärung über die Zukunft der kirchlichen Konfliktberatungsstellen veröffentlicht. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert den in Fulda veröffentlichten Text im Wortlaut.

1. Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich in ihrer Herbst-Vollversammlung vom 20. - 23. September 1999 erneut ausführlich mit der künftigen Gestaltung der katholischen Schwangerschaftskonfliktberatung befasst. Grundlage hierfür waren ein Schreiben, das Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano und der Präfekt der Glaubenskongregation Joseph Kadinal Ratzinger am 18. 9. 1999 nach päpstlicher Weisung an die deutschen Bischöfe gerichtet haben, sowie ein Brief des Apostolischen Nuntius vom 19.09.1999.

Das Schreiben der Kardinäle, das unter anderem auf eine Anfrage des Erzbischofs von Köln vom 20.07.1999 an den Heiligen Vater zurückgeht, in der er um Klärung bat, stellt fest, dass es nicht der Intention des Heiligen Vaters entspricht, den Nachweis über eine Schwangerschaftskonfliktberatung mit dem Zusatz: «Diese Becheinigung kann nicht zur Durchführung straffreier Abtreibungen vewendet werden» zu versehen und zugleich hinzunehmen, dass ihn die staatlichen Stellen faktisch ignorieren und den Schein auch mit diesem Zusatz als ausreichend für die straffreie Durchführung der Abtreibung gelten lassen wollen».

Mit dem Brief des Apostolischen Nuntius vom 19.09.1999 wird dessen Mitteilung vom 16.06.1999, dass es «den Bischöfen überlassen (ist) zu überprüfen, ob es noch möglich ist, dass die katholischen Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen im staatlichen System, so wie es im Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz (Paragraf 5 ff) vom 21. August 1995 vorgesehen ist, verbleiben», als «überholt» erklärt. Entsprechende Stellen im Brief des Heiligen Vaters vom 03.06.1999 sind damit klargestellt. Die Vollversammlung stellt fest, dass damit die entscheidenden Voraussetzungen für den Beschluss des Ständigen Rates vom 21./22.06.1999 nicht mehr gegeben sind.

2. In dieser Situation, die eine neue Lösung erfordert, bringen die deutschen Bischöfe erneut ihre gemeinsame Überzeugung zum Ausdruck, dass der Schutz des ungeborenen Lebens in unserer Gesellschaft eine Aufgabe von erstrangiger Bedeutung ist und alle Verantwortlichen in Pflicht nimmt. Die Bischöfe werden dafür Sorge tragen, dass die Unterstützung von schwangeren Frauen, vor allem in Not- und Konfliktsituationen, auch weiterhin gewährleistet ist.

Die katholischen Beratungsstellen werden deshalb ihre bisherige Tätigkeit in vollem Umfang fortführen, einschließlich der Vermittlung wirksamer Hilfen. Eine
Anzahl von Bischöfen spricht sich dafür aus, eine Neuordnung einzuleiten, die eine Ausstellung von Beratungsnachweisen, die straffreie Abtreibungen ermöglichen, nicht mehr vorsieht.

Eine Anzahl von Bischöfen sieht sich vor einer Entscheidung für ihr Bistum verpflichtet, dem Heiligen Vater ihre verbleibenden Bedenken vorzutragen und die Umgestaltung des Beratungskonzeptes hinsichtlich der Voraussetzungen und Konsequenzen zunächst noch einmal zu prüfen.

3. Alle Bischöfe sind sich einig, dass eine Neuordnung der Beratung nur in einer angemessenen Übergangszeit erfolgen kann, in der die kirchlichen Beratungsstellen ihre bisherige Tätigkeit fortsetzen.

4. Die Absicht katholischer Laien, von der kirchlichen Verantwortung unabhängige Beratungsstellen zu errichten, die einen Nachweis über die Schwangerschaftskonfliktberatung gemäß Paragraf 7 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes (SchKG) führen, wird von der Deutschen Bischofskonferenz zur Kenntnis genommen. Eine Beurteilung solcher Initiativen, über die schon seit längerem öffentlich diskutiert wird, erscheint erst möglich, wenn die konkreten Rahmenbedingungen bekannt sind.

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Frauen können in Deutschland mit «Mifegyne» abtreiben
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Zusammenfassung (06.07.1999)

Aber nur unter ärztlicher Aufsicht - Zulassung nach fast zehnjähriger Diskussion - Schwerer Streit zwischen Bundesregierung und katholischer Kirche

Frauen können in Deutschland ab Herbst mit der umstrittenen Pille «Mifegyne» abtreiben. Gegen den erbitterten Widerstand der katholischen Kirche entschied das Berliner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte am Dienstag, das Präparat auch auf dem deutschen Markt zuzulassen. Die Pille, die eine Art spontane Fehlgeburt einleitet, darf nur bis zum Ende der siebten Schwangerschaftswoche und unter ärztlicher Fachaufsicht benutzt werden. Das unter dem Namen «RU 486» bekanntgewordene Mittel wird spätestens im Oktober in der Bundesrepublik erhältlich sein.

Die Zulassung, über die seit knapp zehn Jahren debattiert wird, löste einen schweren Streit zwischen der katholischen Kirche und der Bundesregierung aus. Der Kölner Erzbischof, Joachim Kardinal Meisner, verurteilte das Präparat als «Todespille». Das Institut habe «Rechtsbruch» begangen und sich zum «Sklaven von Interessengruppen» gemacht, sagte Meisner der «Bild»-Zeitung». Gesundheitsministerin Andrea Fischer wies die Vorwürfe entschieden zurück und verlangte eine Entschuldigung des Kardinals. Dessen Aufforderung, in das Zulassungsverfahren einzugreifen, lehnte die Grünen-Politikerin ab.

Aus der evangelischen Kirche kam dagegen Zustimmung. Die designierte Bischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche von Hannover, Margot Käßmann, sagte im «Kölner Stadt-Anzeiger», sie finde die Zulassung richtig, weil die körperliche Belastung für Frauen bei einer Abtreibung mit «Mifegyne» deutlich herabgesetzt werde.

Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken reagierten dagegen empört. Der Vorsitzende der Konferenz, Bischof Karl Lehmann, sagte:

«Die Hemmschwelle, ein ungeborenes Kind zu töten, wird gesenkt. » Befürworter des Präparats bescheinigten den Kritikern ein falsches Frauenbild.

Weiter umstritten ist, ob die Einnahme der Pille wirklich einen schonender Abbruch ermögliche als einer im Operationssaal. Während Lehmann auf Risiken für die Gesundheit der Frauen verwies, sprach Bundesfamilienministerin Christine Bergmann (SPD) von einer schonende Alternative. Die Opposition reagierte unterschiedlich. Während die FDP einen Fortschritt für die Frauen ausmachte, warnte die CDU/CSU im Einklang mit der Kirche vor einer schrecklichen Bagatellisierung der Tötung ungeborenen Lebens.

Zustimmung auch vom Bundestag

Zeitgleich wurde das Präparat nach Angaben der französischen Herstellerfirma Exelgyn in sieben weiteren europäischen Ländern erlaubt, so dass es künftig in insgesamt elf EU-Staaten erhältlich ist. Für die medikamentöse Abtreibung gelten in Deutschland dieselben gesetzlichen Regelungen wie für den instrumentellen Schwangerschaftsabbruch; das Präparat ist also nur mit Beratungsschein zu bekommen.

Die Abtreibungspille war vor zehn Jahren erstmals in Frankreich zugelassen worden. Anschliessend setzte in der Bundesrepublik der Streit über das Mittel ein. Im Juni hatte die neue Bundesregierung den Weg frei gemacht für den Verkauf von «Mifegyne» in Deutschland.

Auch das Bonner Parlament stimmte zu.

(Quelle: AP, Juli 1999)

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Bischöfe: Beratungsschein "modifizieren"
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Die Amtsträger der Katholischen Kirche winden sich unter der Weisung des Papstes, aus der Schwangerenberatung auszusteigen. Bischof Lehmann hofft, dass sein Oberhaupt mit einer "Modifikation" des Beratungsscheines zufriedenzustellen ist.

Würzburg - "Der Papst hat uns nicht direkt einen Austritt diktiert", sagte der Vorsitzende des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, in Würzburg vor Beginn der zweitägigen Klausur im Würzburger Kloster Himmelspforten. Vielmehr solle Beratungsschein für schwangere Frauen nur "eine Modifizierung erhalten".

Die Bischöfe reagieren damit auf einen bislang unveröffentlichten Brief von Papst Johannes Paul II. Darin soll er die Katholische Kirche in Deutschland aufgefordert haben, keine Beratungsscheine mehr auszustellen, da diese eine straffreie Abtreibung gewährleisten. Nach Lehmanns Worten wollen die 27 deutschen Diözesanbischöfe das Schreiben des Papstes bis Dienstag Mittag in Würzburg eingehend analysieren und Spielräume ausloten.

 "Wir hoffen auf eine vernünftige, integrative Lösung." Das Ergebnis und der Papstbrief sollen erst am Mittwoch in Bonn veröffentlicht werden.

Eine definitive Entscheidung muss laut Anweisung des Papstes allerdings erst zum Jahresende fallen.

"Wir probieren noch einmal, einen sinnvollen Ausweg zu finden", bekräftigte Lehmann. Die Bischöfe seien nicht nur zur Loyalität gegenüber dem Papst verpflichtet, sondern trügen auch ihren Ortskirchen und den betroffenen Frauen gegenüber Verantwortung.

Vor dem Tagungsort demonstrierten einige wenige Abtreibungsgegner der "Aktion Leben" mit Plakaten gegen die Vergabe der Beratungsscheine. "Die Bischöfe wollen das Problem auf die lange Bank schieben", sagte ein Demonstrant.

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Mifegyne, die Abtreibungspille

Tief atmend und bleich liegt Sylvie im Ruheraum des Pariser Hôpital Broussais. Sie hat Schmerzen. Mifegyne, die eigentliche Abtreibungspille, bekam sie vor 48 Stunden. Vor einer Stunde nahm sie dann das Hormonpräparat Prostaglandin ein und wartet jetzt auf eine starke Blutung.

„Der Vorwurf, Mifegyne banalisiere den Schwangerschaftsabbruch, ist falsch. In Frankreich sinkt die Zahl der Abtreibungen“: Edouard Sakiz, Inhaber des Patents für RU 486 / Mifegyne

„Ich bin in der zweiten Phase des Schwangerschaftsabbruchs“, erklärt die 33jährige Finanzbeamtin. Prostaglandin soll sicherstellen, dass die leblose Leibesfrucht abgestossen wird.

Der Prozedur des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs unterziehen sich im Hôspital Broussais rund 1100 Frauen pro Jahr. Wer medikamentös abtreiben will, geht zu einer Voruntersuchung, nimmt frühestens eine Woche später drei Tabletten zu je 200 Milligramm des Wirkstoffs Mifepriston im Beisein eines Arztes ein und hat zwei Tage später einen Termin, um das Prostaglandin zu schlucken. In den meisten Fällen geht die Schwangerschaft während der folgenden drei- bis vierstündigen Beobachtungszeit ab. Acht bis zehn Tage später ist noch eine Kontrolluntersuchung vorgeschrieben.

Ähnlich dürfte bald der Weg vieler deutscher Frauen verlaufen (1998 registrierte das Statistische Bundesamt 131.795 Schwangerschaftsabbrüche). Anfang Juli endet die dreimonatige Frist, in der das zuständige Bundesinstitut in Berlin den EU-weiten Genehmigungsantrag prüfen konnte. Politiker der Regierungskoalition liessen keinen Zweifel daran, dass sie grünes Licht erwarten. Die unter dem Codenamen RU 486 berühmt gewordene Pille wird hierzulande dem Paragraphen 218 unterliegen, ist also nur mit Beratungsschein zu bekommen. Um Missbrauch auszuschliessen, soll sie nicht in der Apotheke erhältlich sein, sondern vom Arzt verabreicht werden – auf Kassenkosten.

Endet so die wütende, jahrelange Auseinandersetzung um die Zulassung der Abtreibungspille in Deutschland? Die Erfahrungen aus Frankreich, Grossbritannien und Schweden, wo sie seit 1988, 1991 und 1992 zugelassen ist, sprechen dafür. Mifegyne ist im Gesundheitswesen dieser Länder etabliert.

 Die Erfolgsquote schwankt zwischen 95 und 98 Prozent (in den restlichen Fällen muss der Chirurg nachhelfen). „Auch der Vorwurf, Mifegyne banalisiere den Schwangerschaftsabbruch, erwies sich als falsch“, konstatiert Edouard Sakiz, Inhaber des Patents.
„Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche sinkt in Frankreich.“

Das nimmt den Gegnern von Mifegyne Wind aus den Segeln. Neuen Antrieb geben könnte ihnen ein Verdacht, den einfussreiche Mediziner (siehe Interview) immer lauter aussprechen: dass etwa jede dritte Frau die Prozedur unnötigerweise durchläuft.

Weil die Wirkung nach der siebten Woche abnimmt, darf Mifegyne in Frankreich – und aller Voraussicht nach auch bald in Deutschland – nur bis zum 49. Tag der Schwangerschaft verabreicht werden. So früh sei es dem Arzt kaum möglich, einen lebensfähigen Embryo von einer nicht lebensfähigen Frucht zu unterscheiden, erklärt Dietrich Berg, Chef-Gynäkologe im Klinikum St. Marien in Amberg. "Aber etwa jede dritte Befruchtung endet ja mit einem Spontanabort."

Zündstoff aus dem Pharmalabor Mifegyne als „Tötungspräparat“.

•  Bei Roussel-Uclaf wurde die RU 486 1980 entwickelt. Aus Angst vor Boykotten bremste Mutterkonzern Hoechst die Vermarktung.

•  Edouard Sakiz, pensionierter Roussel-Manager, übernahm die Patentrechte.



In Grossbritannien beträgt die Frist 63 Tage. Das Prostaglandin muss in diesem Fall aber stärker sein – die Prozedur ist entsprechend schmerzhafter.

Sakiz räumt ein, dass der Zeitrahmen, in dem seine Pille sinnvoll angewendet werden kann, eng ist. Dies sei auch der Hauptgrund dafür, dass noch immer gut zwei Drittel der abtreibungswilligen Französinnen auf die chirurgische Variante angewiesen blieben.

Ursula Langmann / Kurt-M. Mayer

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Interview
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„Eingriff ohne Diagnose“

Der Präsident der Gesellschaft für Gynäkologie will den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch einschränken

FOCUS: Anfang Juli müssten die Behörden über die Zulassung von Mifegyne in Deutschland entscheiden. Wann werden Ärzte das Mittel verschreiben können?

Kindermann: In dem Antrag stecken gravierende Mängel, deren Behebung das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte anmahnen muss. Das wird Zeit in Anspruch nehmen.

Günther Kindermann ist Präsident der Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

•  In München leitet der 63jährige Universitätsprofessor die 1. Frauenklinik des Klinikums Innenstadt.

•  Um Verständnis für seine Kritik an Mifegyne wirbt er vor allem bei Familienministerin Christine Bergmann (SPD).

FOCUS: Politiker begrüssten Mifegyne bereits als schonendes Verfahren. Teilen Sie diesen Optimismus?

Kindermann: Nein, denn ein solcher Optimismus offenbart Ahnungslosigkeit um das Problem der Frühabtreibung. Mifegyne soll die Zulassung als Mittel des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs bis zum 49. Tag – dem Beginn der achten Schwangerschaftswoche – erhalten. Es dürfte aber erst zu einer Abtreibung verwendet werden, wenn feststeht, ob eine Frau überhaupt schwanger ist.

FOCUS: Wann ist das der Fall?

Kindermann: Mit geringer Sicherheit kann der Arzt ab dem 38. und mit grosser Sicherheit erst ab dem 43. Tag feststellen, ob eine Frau eine vitale Schwangerschaft mit Embryo und Herzaktion trägt oder ob es sich lediglich um eine Fehlanlage handelt, die als Spontanabort abgeht.

Jeder Medizinstudent weiss, dass das auf 30 bis 40 Prozent aller gezeugten Schwangerschaften zutrifft. Ich meine schon, dass jeder, ob Beratungsstelle oder Arzt, der vor Feststellung der Schwangerschaft mittels Ultraschall eine Frau zum Abbruch hin berät oder ihn vornimmt, vermeidbar fehlerhaft handelt. Es ist ein Eingriff ohne Diagnose!

FOCUS: Lassen sich Ihre Vorwürfe aufgrund der Praxis in Ländern, wo Mifegyne zugelassen ist, belegen?

Kindermann: Das gelang in einer Untersuchung an 506 Abtreibungen, die mit dem Mittel in Liverpool vorgenommen worden waren. Es zeigte sich, dass in 34 Prozent der Fälle nicht mit dem Leben vereinbare Fehlanlagen vorlagen. Die Autoren beklagen im angesehenen „British Medical Journal“, dass jeder dritten dieser Frauen das Problem Abtreibung erspart geblieben wäre, wenn man abgewartet hätte, bis die Diagnose eines vitalen Embryos gestellt werden kann.

FOCUS: Wie sollte nun Deutschland den Frühabbruch regeln?

Kindermann: Eine Möglichkeit wäre, den Paragraphen §218 so zu verändern, dass ein straffreier Schwangerschaftsabbruch vor der Diagnose einer vitalen Schwangerschaft nicht möglich wird. Wenn sich die Politik dem entzieht, bleibt der Hinweis auf die Verpflichtung der Ärzte zu sorgfältigem Handeln. Dazu gehört, dass zunächst eine Diagnose feststehen muss und dann eine ärztliche Massnahme folgen darf. Am wichtigsten wäre, dass die Frauen die Diagnose einfordern und sich nicht auf den vagen Schwangerschaftstest und das Ausbleiben der Monatsblutung verlassen.

Interview: Kurt-Martin Mayer

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